Leicht deprimiert habe ich mich dann doch aus dem Bett geschält. Immerhin war für heute ja eine Whiskyverkostung angesetzt. Noch besser: Ich hatte mich schon gestern für die komplette Reise als Fahrer disqualifiziert. Pro Auto durften nur jeweils zwei Personen als Fahrer eingetragen werden und da ich schon die Verantwortung trage, muss ich die kommenden Wochen nicht fahren. Was sich für so eine Verkostung natürlich äußerst gut macht. Wir sind natürlich keine Anfänger. Wer ordentlich saufen will, der muss sich auch ordentlich vorbereiten. Das haben ja schon die alten Römer gesagt. Deswegen haben wir heute morgen ausgiebig gefrühstück und die Leber schonmal mental auf anstehende Aufgaben vorbereitet. Ich rede meinem Lieblingsorgan vor solchen Unterfangen gerne mal vor dem Spiegel gut zu. Zu Top Leistungen aufgelegt erreichten wir gegen 13 Uhr Dullstroom, zuhause der größten Whiskyauswahl der südlichen Hemisphäre. Sechs köstliche Getränke später können wir festhalten: Die Ärzte hatten recht. Männer wollen alle nur das eine. Allerdings lagen sie bei dem „Was“ deutlich daneben.
Natürlich muss ich auch etwas diplomatisch sein. Immerhin haben die Mädels nach unserem flüssigen Mittagessen das fahren übernommen. Ganz ohne Frauen und nur mit Whisky geht es also auch nicht. Ein gesunder Mittelweg erscheint mir da die bestmögliche Konsequenz. Wo der Mittelweg genau verläuft ist eine Frage für einen anderen Tag.
Während der erste Teil der Fahrt noch relativ unspektakuläre Landschaft bereithielt war der zweite Abschnitt dafür umso besser. Auf einer Straße, auf der genügend Schlaglöcher waren um einen Schweizer Käse alt aussehen zu lassen schlängelte sich unsere Route durch eine Berglandschaft gespickt mit Tafelbergen und schönen Tälern. Als wäre das alles nicht schon genug gewesen, konnten wir uns auch über unsere ersten Tiersichtungen freuen. Neben einer nicht lebendigen Giraffe und einem ebenso starren Nashorn konnten wir auch noch ein paar Affen sichten, die sich tatsächlich auch bewegt haben. Und bevor gleich wieder blöde Kommentare kommen: nein, damit sind nicht André, Robert und ich gemeint. Obwohl die Rückenbehaarung schon auf einen gewisse genetische Verbindung schließen lässt.
Natürlich wieder perfekt geplant und umgesetzt erreichten wir pünktlich mit Einbruch der Dunkelheit unsere Lodge für die nächsten zwei Nächte. Auf einem Reservoir am Rande der Tafelberge gelegen haben wir bei leckerem Abendbrot und dem einen oder anderen Getränk dann den Abend ausklingen lassen. Die besprochenen Themen waren anscheinend nicht nur für uns interessant. Auch zwei Antilopen fanden Netti‘s und André‘s Kennenlerngeschichte so toll, dass sie sich zu uns gesellt haben. Die Nilpferde fanden die Story aber anscheinend nicht so spannend. Vielleicht stehen die ja einfach nicht auf Schnulze, sondern eher auf guten Humor.. Deswegen leite ich morgen das Gespräch.
So, Ludwig müde.
Gute Nacht, schlaft gut und träumt was schönes!










Andre´und Robert.... ihr hattet es versprochen! Ihr wolltet jeden Morgen den Kleinen wach kuscheln. So geht das nicht, ihr müsst schon Eure Aufgaben ernst nehmen!
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