Mittwoch, 29. Juni 2016

Die Leiden des jungen Hegen

"Wie konnte ich mich nur so gehen lassen?"- Eine Frage, die sich viele Menschen im Laufe ihres Lebens stellen.. Manche mehrmals, manche nur ein Mal.. Und bei manchen kommt die Einsicht nie. Bei einem Mitglied unserer duften Truppe war es heute so weit mit der Erleuchtung. Aus Sicherheitsgründen wurde der Name des Erleuchteten in der folgenden Geschichte jedoch verändert. Zunächst die Lage Zeitpunkt der Einsicht: Nach humanen 4 Meilen Wanderung durch die Schluchten des Bryce Canyon kam auf den letzten Metern die Einsicht. Hegen Heinrich schniefte und sprach die magischen Worte aus.. "Wie konnte ich mich nur so gehen lassen?" Später analysierte er selbstkritisch: "Ich glaube ich habe eine Essstörung.. Normalerweise bleibt es bei zwei Tellern.. Aber wenn ich vor dem Buffett stehe, drehe ich einfach frei."

Wenige Stunden vorher war noch alles schön? Wie konnte das passieren? Es geschah wie folgt: Nach 6 Toast mit Marmelade zum Frühstück und der Erkenntnis, dass Utah in einer anderen Zeitzone liegt und wir deshalb viel zu spät los kamen, ging es gegen 11.30 in den Bryce Canyon. Nach diversen Aussichtspunkten und unzähligen Selfies, welche vom späteren Opfer Hegen Heinrich oft als "Personenkult" betitelt werden, wurde die Stimmung an einem sonst perfekten Tag rauer. Unruhe machte sich am sonst so ruhigen und majestätischen Canyon breit. Die Raubtierfütterung war längst überfällig. Im nahegelegenen Ort wurde man in einem Restaurant mit Lunch Buffett fündig und kostete die $14.95 pro Person natürlich ohne Rücksicht auf Verluste aus. Die Augen waren dabei natürlich mal wieder größer als der Magen und so sah das Resultat dann auch aus. Schon vor Ort wurde von Hegen Heinrich eine kritische Analyse abgegeben: "Zwei Teller hätten vielleicht auch gereicht.". Die Motivation für die anschließende Wanderung hielt sich mehr als nur in Grenzen und Pläne wie Mittagsschlaf und "Ich bleibe einfach im Auto" wurden in die Runde geworfen. Vergebens.. Die Leidensgeschichte des jungen Hegen's stieß auf keinerlei Mitleid und so ging es letztendlich doch auf Tour. Der Rest der Geschichte ist bekannt. Mittlerweile befindet sich der Arme in stabilem Zustand und er wird wohl durchkommen. 
Bilder folgen! 

Bleibt vom Buffett fern und passt auf euch auf! 

Die Zeit rennt

Überschattet von der Nachricht, dass wir im Viertelfinale gegen die Spagettif....... ran müssen durchstreiften wir in den letzten 24 den Grand Canyon.

 Nach dem Zwischenstopp in Palm Springs am Montag bei 40 Grad dachten wir eigentlich, dass es nicht mehr wärmer geht. So schnell kann man sich irren. Nach dem Ritt durch den Joshua Tree National Park bei 43 Grad erreichten wir in der Moab Wüste bei 48 Grad den Hitzemäßigen Rekord. Schwitzen war aber Fehlanzeige. Zu warm und trocken schmiegte sich die Luft an unsere überdurchschnittlich gut gebauten Körper. Jede Kurve auf der Straße wurde euphorisch gefeiert und Bäume beinahe vor Glück umarmt. Nach wesentlich entspannteren 5 Stunden Fahrt als am Vorabend und Abstecher auf die Route 66 trafen wir uns in Williams, Arizona mit unserem langjährigen Freund Gary und seiner Frau. 1/2 hopfenlastige Erfrischungsgetränke später machten wir uns auf den Weg ins Hotel und in die Gefilde des Grand Canyon.
Nach einigen Stunden Schönheitsschlaf ging es los zum South Rim des Grand Canyon und zu verschiedensten Aussichtspunkten. Für den weiteren Tag stand das Abendessen im Steakhouse und der Sonnenuntergang am Grand Canyon auf dem Programm. Wer sich nicht jetzt schon denken kann, dass es nicht bei diesen beiden Punkten blieb, kennt die Heinrichs (ich bin unschuldig!) nicht. Um sicher zu stellen, dass man beim Abendbrot nicht verhungert, gönnte man sich vorher als kleinen Snack einen ganzen Bräuler im Supermarkt.. Als kleine Vorspeise um den Heißhunger vorerst zu bekämpfen. Das Steak schmeckte dann trotzdem noch und der ganze Plan wurde danach als "brillant" betitelt. So konnte man in aller Ruhe und Tiefenentspannt den Sonnenuntergang genießen.

Der vorher ausgeklügelte Plan, im Hotel noch ein bisschen Karten zu spielen wurde dann doch durch Schlafen ersetzt. Die warmen Temperaturen und die frische Luft setzen den Superhelden immer mehr zu.. Wo am ersten Tag noch um 6 die ersten paar Glotzer aufgerissen wurden, muss jetzt immer öfter der Wecker ran. Mister "Ich brauche nicht viel Schlaf" scheint gebrochen und freut sich jetzt auch immer mehr auf sein Bett. 
Für Heute war noch eine Wanderung in den Grand Canyon geplant bevor wir uns auf die weitere Reise in Richtung Bryce Canyon National Park machen. 
Bei deutlich angenehmeren Temperaturen machten wir uns als auf in Richtung Erdinneres. Solide 10 km und 600 Höhenmeter ging es bergab. Gelegentliche Regenschauer machten die ganze Wanderung um einiges entspannter und verhinderte Schweißbildung fast komplett. Sehr zur Freude aller anderen Menschen im Umkreis von 10 Kilometern. 
Zur Belohnung gab es den mittlerweile obligatorischen Besuch im Supermarkt und Brot, Fleisch und Chips, die dann  in allerfeinster Manier im Auto vernascht wurden. Gesättigt machten wir uns dann auf die 5 stündige Reise nach Cannonville am Bryce Canyon. In den wüstenartigen Landschaften gab es dann auch die erste Begegnung mit Frau Klapperschlange. Sie hat sich gütigerweise aber lautstark angekündigt und so konnten wir uns rechtzeitig in unser Auto flüchten. Die Salamitiere sind uns sowieso viel lieber. 

Zwischen skurrilen Felsformationen und Wüste machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Horseshoe Bend, welcher relativ am Anfang des Grand Canyon zu finden war. Weiter gab es nicht viel Spektakuläres. Sinnvolle Gespräche kommen selten zustande. Meist wird darüber spekuliert wie schwierig es doch wäre eine Dame mit nachhause zu bringen wenn man 250 Kilometer vom nächsten Ort entfernt wohnt. Oft kreisen die Gespräche aber auch um das alles bestimmende Thema: Essen.

Um die Gemüter zu beruhigen. Die beiden Kleinen benehmen sich solide bis gut und sorgen bis jetzt für keine größeren Eklats.

Prost!

Sonntag, 26. Juni 2016

Baum

Nun zum letzten Teil der Trilogie von Nachträgen um euch auf den neusten Stand zu bringen. 

Ein unvertrautes Geräusch machte sich heute morgen in unserem Hotelzimmer breit.. Als angehender Student und Abiturient hört man dieses Geräusch doch eher selten und auch in den letzten Tagen Urlaub ward es nicht vernommen.. Ein Wecker. Zuvor nie zum Einsatz gekommen weil immer irgendein Wahnsinniger früher wach war, klingelte der Gute heute morgen wie wild vor sich her. Von Bewegung weit und breit keine Spur.. Anscheinend hat das ganze Sägen doch ganz schön viel Kraft gekostet. Trotz alledem folgten die Kuschelbären dem Weckruf und schmissen sich in Schale für den nächsten Trip. Der Sequoia National Park war das ausgegebene Ziel, gefolgt von der Fahrt nach Palm Springs im Süden Kaliforniens auf der wir uns zum jetzigen Zeitpunkt noch befinden. Nach kurvenreicher Fahrt in höher gelegene Gefilde, gespickt mit geilen Aussichten und Bärensichtung, fanden wir den Giants Forest (Mammutbäume) an einem Ort, wo ihn eigentlich keiner Erwartet hätte. In 2000 Meter Höhe fand man erste Bäumchen, die den gemeinen deutschen Baum im wahrsten Sinne des Wortes in den Schatten stellen würde. Diese Bäume waren tatsächlich gigantisch und sind in ihrer Größe nur schwer in Bilder und Worte zu fassen, selbst für einen Heinrich.. 

Nach zwischenzeitlichen Orientierungsschwierigkeiten und einem wieder mal verschobenen Zeitplan machten wir uns gegen 15.30 auf in Richtung Palm Springs. Beim zwischenzeitlichen Einkauf erlebten Bruder alt und Bruder jung dann wahrscheinlich ihren ganz persönlichen Höhepunkt dieser Reise. Die Wurst und Fleischtheke wurde bewundert wie der Geschenksack an Weihnachten, überreicht von einer jungen Weihnachtsfrau in Bikini. Die Amerikaner wissen halt wie sie Männerherzen zum höher schlagen bringen können. 
Wie schon erwähnt sind wir gerade noch immer auf den Highways Kaliforniens unterwegs. Nachdem wir nun aber das Chaos von Los Angeles überwunden haben sind wir guter Dinge heute noch anzukommen. 
Liebe Grüße und einen angenehmen Start in den Sonntag!
 Baum
 auf dem weg in den Sequoia NP
 Baum
 Sequoia NP
 Baum hinter zwei Maschinen
Sequoia NP

Yosemite und Sequoia National Parks

Da der letzte Eintrag auf Grund von extremer Müdigkeit vorzeitig abgebrochen werden musste kommt nun hier der Nachtrag und Bericht für die letzten 3 Tage. Soviel vorne weg: Ich hätte letzte Nacht auch noch 5 Blogeinträge schreiben können.. Wie sich das für einen Mitarbeiter des Grünflächenamtes so gehört, hat Papa gestern Abend die Kreissäge angeschmissen und aufs allerfeinste die ganze Nacht durchgesägt. Selbst Kopfhörer und Musik konnten den Geräuschpegel nicht übertönen. Wie viele Bäume er an diesem Abend abgesägt hat kann nur schätzungsweise in Zahlen gefasst werden. Man munkelt aber, dass auch einige der gigantischen Mammutbäume des Sequoia National Parks dem Attentat auf Mensch und Natur zum Opfer fielen. So viel vorneweg, jetzt wieder chronologisch: Nachdem wir noch zu später Stunde in unserem Hotel in El Portal Nähe des Yosemite Valleys ankamen und müde ins Bett krochen, wurde die Nacht erschreckend früh wieder beendet.. Nach mehr als üppigem Frühstück und der täglichen Portion Körperpflege machten wir uns auf in den weltberühmten Yosemite National Park. Nach kurzem Trip durch das Tal und einigen Stops   für das in unserer Reisegruppe mittlerweile gern genutzte Selfie machten wir uns auf die Yosemite Falls, einen zweistufigen Wasserfall, zu erkunden. Erst von unten, auf dem von Hagen als "Rentnerwanderpfad" beschrieben Pfad, dann von oben.. Auf 15 km und knapp 1000 Höhenmeter wäre wohl der eine oder andere auf der Strecke geblieben. Doch nicht ein richtig per Heinrich.. Furchtlos und der Hitze trotzend bezwangen wir den sich an Steilwänden entlangschlängelnden Pfand und konnten einen atemberaubenden Blick auf das Tal genießen.. Nach nicht weniger anstrengendem Abstieg sorgte am Abend die Kombination aus Bier und müden Knochen für den Rest. Die Löwen waren vorerst gezähmt und waren sich am nächsten Tag auch einig, dass es praktisch ist mehr im Auto zu sitzen. Denn neben einer Tour in den nördlicheren Teil des Nationalparks, fernab von Tourismus und auf den Spuren der Bären stand auch der nächste Standortwechsel an. Bruno der Bär, welcher eigentlich zum Bizepsvergleich mit Hagen gebeten werden sollte, blieb jedoch in seinem Versteck. Experten sind sich dennoch einig: Der Bär hätte keine Chance gehabt.. So mussten wir uns mit einigen 3000 Meter Bergen und einem abgelegenen Bergsee zufrieden geben. Badeeinlage inklusive. Danach ging es wieder vom Gebirge in die Pampa. Gerade Straßen so weit das Auge reicht und Obstplantagen die selbst den Experten zum Staunen
bringen. Eine Premiere auf dieser Reise gab es an diesem Abend auch noch zu bewundern. Der in der Planung angestrebte Zeitplan wurde perfekt Eingehalten.. Vielleicht gibt es ja doch noch Hoffnung.

Dieser Gedanke und Hoffnung konnte jedoch noch am selben Abend begraben werden. Die zu Beginn meines Berichts beschriebene Nacht und die damit verbundenen Gräueltaten ließen mich nicht nur an meiner Entscheidung zweifeln, mit Freund Blase in den Urlaub zu fahren, sondern führten auch dazu, dass ich meine komplette Weltanschauung und meine Idee von Leben überdenken musste. Irgendwann konnten die anderen Zwei sich dann in den Schlaf weinen so wurde auch diese Hürde überwunden. 

Um zu verhindern dass zu viel dummes Gelaber in einem Beitrag den Einen oder Anderen abschreckt und vom lesen abhält machen wir jetzt mal Feierabend und sagen Prost!

Prost!

Pazifik

War es wirklich die Welle?

17 Miles Drive

Highway 1

Pampa zwischen Pazifik und Yosemite National Park

Yosemite National Park








Freitag, 24. Juni 2016

San Francisco, Highway 1 und Yosemite National Park

"Da lernt man diese ganzen scheiß Vokabeln schon und am Ende ist sowieso wieder alles anders." Dieses Zitat des wohl bedeutsamsten Denkers des 21. Jahrhundert ist nur eine von vielen Erkenntnissen der vergangenen drei Tage. Um diese 72 Stunden Übermenschlichkeit in Worte zu fassen ist es unumgänglich mit einer gewissen Chronologie vorzugehen.

 Am 21.06.2016 öffnete der kleine Robert voller Vorfreude und aufgeregt von kleiner Zehe bis Haarspitze um 5/6 auf (genaue Zeitangaben sind nicht möglich, da normale Menschen noch am Schlafen waren) 6.17 Ortszeit war dann auch für alle anderen Mitglieder der Reisegruppe die Nacht Nacht knackigen 5 Stunden zu Ende. Geduld war noch nie eine der vielen Stärken des kleinen Roberts.. An diesem Tag war es aber verständlich und auch eine akzeptable Maßnahme. Beim Blick aus dem Fenster wurde die schon beschriebene organisatorische Meisterleistung deutlich. 50 m Luftlinie bis zur Bucht, Blick auf Alcatraz und Golden Gate Bridge und ein uriges Jugendherbergs Feeling rundeten den ersten morgen auf amerikanischen Boden ab. Sehenswürdigkeiten wurden zu Genüge erkundet und die Stadt zu Fuß und bei Superheldenmobil erkundet. Bei der Inspektion der mehr oder weniger bekannten Golden Gate Bridge wurde die Aussicht und die Konstruktion mehr als nur ein mal mit den passenden Worten "Geil" beschrieben. Der bis dahin so perfekt verlaufende Tag würde aber sehr bald getrübt werden.. Der kleine Robert entwich seinen Erziehungsberechtigten an den Klippen nördlich der Bay und begann einen Bunker aus dem 2. Weltkrieg zu erkunden. Wo er auf der einen Seite fröhlich und gesund in die Öffnung kletterte, kam er auf der anderen Seite mit klaffenden Wunden an Arm und Kopf wieder heraus. Gedanken über einen Reiseabbruch machten sich breit, eine waschechte Krise lag in der Luft. Nur mit viel Geschick konnte man die Situation beruhigen und entschied sich letztendlich die Reise fortzuführen. Neben Abenteuerlust, einem unbezwingbaren Willen und extrem überdurchschnittlichem Aussehen gehört auch die Pünktlichkeit zu den vielen positiven Attributen eines Heinrichs. Das Resultat ist daher wenig überraschend: Anstatt wie geplant um 18 in Richtung Monterey (Pazifikküste) aufzubrechen, machten wir uns um 21 Uhr auf den Weg. Vom so oft empfohlenen Highway 1 sahen wir daher relativ wenig. Dies holten wir dafür am nächsten Tag nach und rangen uns sogar zu einem Bad im doch sehr kalten Pazifik durch. Dabei wurde Kritik über die Badehosenpflicht angemeldet und in manch einem Kopf sehnte man sich nach der guten alten Ostsee. Begutachtet von in Jacken eingehüllten Touristen prallte die Kälte zwar weitestgehend an den stählernen Körpern ab, jedoch war die Badehose im Nachhinein doch ganz nützlich um etwaigen Blamagen geschickt aus dem Weg zu gehen. Danach ging es weiter in den Yosemite National Park. Die sich schnell ändernde Landschaft wurde ausgiebig begutachtet und alles war in Butter.. Doch dann kam das Elend: Der Speicher für neue Eindrücke war überfüllt und so beschäftigte sich das Gehirn mit den ganz normalen und lebenswichtigen Dingen.. Dem Hunger.. Der Wunsch nach einem typischen amerikanischen Steak machte sich breit und mit andauernder Fahr- und Suchzeit wuchs der Frust und die Anspannung.. Es wurde hektisch. Die zweite Krise stand kurz bevor. Um nicht noch im Auto am lebensbedrohlichem Nahrungsmangel zu verenden, entschied man sich widerwillig für All you Can eat beim lokalen Chinesen. Der Frust über das verpasste Steak war nach Teller 43 schon Geschichte und so erreichte man gegen Mitternacht das abgelegene Hotel am Fuße des Yosemite National Parks..

Wegen brutaler Müdigkeit wird der Bericht an dieser Stelle abgebrochen und Morgen weiter geführt! Bitte habt Verständnis :)

Liebe Grüße! 


Golden Gate Bridge



San Francisco Bay

Lombard Street
nördlich von San Francisco


Dienstag, 21. Juni 2016

Zu muskulös für Flugzeugsitze

Nachdem unsere Chauffeurin uns um 0 Uhr 15 nach Leipzig schaffte und wir nach 5 Stunden Busfahrt inklusive Bier und ein wenig Schlaf am Flughafen in Frankfurt ankamen nahm das Übel seinen Lauf. Erste Anzeichen der Nervosität ließen sich bei den zwei älteren Mitgliedern der Reisegruppe feststellen und spiegelte sich in gefühlt 62825382528 Toilettenbesuchen wieder. Aber auch den Meister und Dratzieher der 3 Musketiere ließ die ganze Situation nicht ganz kalt. Ab dort an begann das, was später als Organisatorische Meisterleistung des Ludwig H. in die Geschichtsbücher eingehen würde. Mit Geschick und einem abgeklärten Charakter ausgestattet führte dieser besagte Ludwig H. seine unwissenden Mitreisenden durch den tosenden Alltag eines Superhelden. Zur Beruhigung gab es Frühstück und einige Runden Skat bevor wir uns um 11.40 aufmachten gen Westen. Während des eher unspektakulären Fluges wurden gelegentlich Landmassen und andere Interessanten Gegebenheiten von Adlerauge Robert entdeckt. Nach 9 3/4 h im Flugzeug und einigen weiteren alkoholischen Getränken landeten wir gegen 22 Uhr nach europäischer Zeit (13 Uhr Ortszeit) in Seattle, USA. Dort geplante Superheldentaten Der furchtlosen 3 wurden leider von US Behörden ausgebremst und man zwang uns dazu für einige Zeit "ganz normal" zu sein. 2,5 Stunden später wurde uns tatsächlich Einlass in die USA gewährt und wir waren bereit für den Weiterflug. Um Dehydration vorzubeugen gab es dann wieder einige isotonische Hopfenwasser und die erste Speise auf amerikanischen Boden. Von 18.50 bis 20.50 flogen wir dann von Seattle nach San Francisco and nahmen dort unser restliches Gepäck wieder in Empfang und machten uns auf um unser Superheldenmobil abzuholen. Nach unerwartet einfachem Vertragsabschluss und professioneller Abwicklung des Mitarbeiters (obwohl er wusste, dass keine normalen Reisenden vor ihm standen) nahmen wir unseren Fahrbaren Untersatz in Empfang und machten uns auf um die große weite Welt zu erkunden. Nach kurzer Orintierungsphase und Gewöhnung an das Auto ging es los ins Hotel. Gegen Mitternacht ankommend und ersten Sichtungen der Golden Gate Bridge folgend, schlossen die drei unermüdsamen Wilden widerwillig ihre Augen um der Stadt und der Welt eine Pause zu geben. Nach 40 Stunden auf den Beinen empfanden wir es als angemessen. Die vorhin angesprochene organisatorische Meisterleistung des Ludwig H., die bis dahin schon pausenlos zur Geltung kam , sollte erst am nächsten Morgen ihren vorläufigen Höhepunkt finden.. Fortsetzung folgt.

Liebe Grüße an alle und Prost!

Flughafen Frankfurt


Freitag, 20. März 2015

Besser Spät als Nie!

Ist es denn zu fassen.. Es ist jetzt fast ein ganzes Jahr her seit Ich das letzte mal meinen Gedankengängen freien Lauf gelassen habe. Wie manche von euch vielleicht mitbekommen haben, bin ich auch seit geraumer Zeit wieder zurueck in "Good old Germany" und treibe nun hier wieder mein Unwesen. Die Berichterstattung wurde so erpruppt abgebrochen, da die letzten zwei Monate in meinen zweiten Zuhause in vollen Zuegen genossen werden sollten. Und das wurden sie auch. Nach langem Warten ging es Mitte April nach Florida, wo die Bikinifigur das erste Mal im Jahre 2014 auf die Probe gestellt werden sollte. Nach 2 Minuten musste ich jedoch feststellen, dass es selbst fuer den Bikini zu warm ist. Der "Sunshine State" haelt dass, was sein Name verspricht- Sonne. Viel Sonne. Nachdem der erste halbe Tag am Pool verbracht wurde (Man(n) will sich ja auch nicht ueberanstrengen), ging  es die folgenden Tage ins Disney Land in Orlando, Florida. Nachdem alle moeglichen Parks abgegrast wurden und Goofie und Mickey genug von uns hatten, ging es weiter ans Meer. Tampa ist am Golf von Mexico gelegen und ist neben Miami eines der Hauptziele von Touristen aus aller Welt. Ich weiss auch warum: 26 Grad Wassertemperatur bei milden 30 Grad. Laesst sich gerade so aushalten. Mit 1,2,10 Cuba Libre oder Mojito haette man die Sonne zwar noch etwas besser geniessen koennen, aber was will man machen. Leider ist mein geliebter iPod dem Meer zum Opfer gefallen und somit sind alle Fotos aus Florida ausradiert. (Muss ich wohl nochmal hin um Fotos zu schiessen) Mein Florida Trip musste leider schon etwas frueher als geplant enden, da ich sonst nicht die Moeglichkeit bekommen haette mit meinem wundervollen Date zum Prom zu gehen.. So wirklich Lust, aus Florida abzureisen hatte ich zwar nicht, aber was tut man nicht alles fuer die Damenwelt. Zuhause angekommen, ging es auch gleich weiter um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Wir hatten zu 12. eine Limo eingekauft um nicht wie die letzten Loser auf der Party aufzukreuzen. Einberechnet hatten wir jedoch nicht, dass ich mit meiner pinkfarbenen Weste alle in den Schatten stelle und somit hat der "Nicht- Loser Plan" nicht fuer alle ganz so gut funktioniert.
Der Abend war sehr schoen und ich hatte eine menge Spass. Auch weil die amerikanischen Mitbuerger, die dieser Verantstaltung beiwohnten, sich auf der Tanzflaeche zum erstem Mal nicht bewegten als haette man sie angeschossen. So gingen der April und der Mai ins Land und Ich versuchte mit aller Kraft die Zeit ein bisschen zu verlangsamen, aber leider hat es nicht funktioniert. Eines der schoensten Jahre meines Lebens neigte sich dem Ende zu und das wurde einem leider auch bewusst. Somit versuchten Jan und ich die letzten Tage so gut es geht zu geniessen und verbrachten viel Zeit mit unseren Freunden und Familien. Das gute Wetter wurde auch nochmal genutzt um nach New York zu fahren und sich nochmals alles anzuschauen. Um so wenig wie moeglich Zeit mit dem Thema Abschied zu vergeuden hatte ich mir das Packen fuer die letzte Nacht aufgehoben. Generell kam der Schlaf in der letzten Woche ziemlich kurz da ich meist bis spaet in die Nacht mit Freunden unterwegs war oder mit Rick und Brandon geistreiche Konversationen gefuehrt habe. Der Tag des Abschieds, dieser verhasste Mittwoch (18 Juni) kam fuer mich viel zu frueh und das Abschied nehmen war unglaublich schwer. Nicht zu wissen, wann man seine amerikanische Familie und seine Freunde das naechste Mal sehen wird schmerzt schon sehr. Zum Glueck war das naechste Ziel nicht gleich Deutschland, sondern Washington D.C. Dort traf ich nach einem Jahr wieder auf die anderen Stipendiaten und somit hatte jeder ein bisschen Ablenkung um den Herzschmerz zu verkleinern. Jedoch waren auch diese zwei Tage viel zu kurz und so fand ich mich ploetzlich im Flugzeug wieder. Auf dem Weg nach Deutschland. Nach zehn Monaten die sich so anfuehlten wie 2 Wochen. Mit Erinnerungen im Gepaeck, die ich nie vergessen werden und mit Dankbarkeit fuer diese wundervollen 10 Monate. Man sagte uns immer, dass wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge nachhause fliegen werden. In den ersten Tagen waren es eher zwei weinende und kein lachendes. Erst nach einiger Zeit stimmt die Theorie mit den Augen. Das Wiedersehen haette ich mir nicht schoener vorstellen koennen, jedoch haette der Fanblock von 15 Leuten schon noch etwas groesser sein koennen! (Nur so fuers naechste Mal)

Und das war es dann auch. Es war vorbei. Das halbe Jahr bevor es in die Staaten ging erschien es immer so weit weg. Selbst in den USA konnte man es sich eigentlich nicht vorstellen. Und doch sitzt man dann in den ersten ruhigen Minuten nach der Ankunft da und denkt sich "Wow, das war es jetzt. Es wird nie mehr so sein wie in diesem Jahr. Dieses Kapitel, dein grosser Traum ist vorbei." Es hat schon einige Zeit gebraucht um sich mit diesen Gedanken abzufinden, jedoch waren Familie und Freunde stets bemueht mir zu helfen und es mir so einfach wie moeglich zu machen. Gut, man muss  zugeben, dass das ein oder andere alkoholische Getraenk auch seinen Beitrag an der Wiedereingliederung in die deutsche Gesellschaft hatte, jedoch sei mal dahin gestellt welchen prozentualen Anteil diese letztendlich daran hatten. Wie auch immer, ich bin wieder angekommen. Es vergeht zwar kein Tag, an dem ich nicht an meine zweite Familie und meine Freunde denke und sie vermisse, aber mittlerweile ist die Vorfreude auf das Wiedersehen groesser als alle anderen Gefuehle. Es bleibt nurnoch zu sagen, dass ich jedem von euch, besonders meiner Familie und meinen Freunden unendlich dankbar bin. Fuer all die Unterstuetzung und Hilfe, ohne die ich es nie geschafft haette und fuer all das Verstaendnis. Danke fuer alles!

Also a big thank you to everybody on the other side of the ocean for making this year so special for me. Especially to the best hostfamily out there and the best group of friends I could've ever asked for. Kaylee, Dan, Owen, Shannon and Jan, you'll always be my american brothers and sisters. I love you guys! Thank you for everything!