Sonntag, 1. Mai 2022

Kruger II & III & Kruger IV - Mbabane


Zu allererst bitte ich natürlich um Verzeihung für die lange Pause. Als Künstler bin ich natürlich stark von meiner kreativen Ader abhängig. Michelangelo hat auch nicht an der sixtinischen Kapelle gearbeitet als er müde war. Er wusste, dass er da nicht seine Bestleistungen abrufen könnte und hat sich deshalb zum Wohle der kommenden Generationen zurückgenommen. Ähnlich war es bei mir die letzten drei Tage. Kunst kann man halt nicht erzwingen.


Der Schock war groß als unser Guide James die Safaripläne für die kommenden Tage vorstellte. Von unseren drei Tagen in der absolut ekelhaften Maqueda Lodge südlich des Krüger Nationalparks waren zwei Tage für Safaris eingeplant. 4.30 Uhr aufstehen, 4.45 Uhr Kaffee und 5 Uhr Abfahrt. Angeblich muss man früh los wenn man Großkatzen sehen will. Das ist aber totaler Quatsch, denn unsere Katze Harry wird auch erst ab 10.30 Uhr aktiv und der ist ja wohl der Inbegriff einer Großkatze. Aber gut. Diskutieren wollten wir nicht und haben uns widerwillig den Plänen gefügt. 

Gleich zu Beginn unser ersten Safari machte sich das frühe aufstehen aber schon bezahlt. Zwei männliche Löwen suhlten sich zwei Meter vor uns auf der Straße in Büffelkacke. Ein herrlicher Anblick. Robert und André waren von dem Schauspiel und dem Geruch derart angetan, dass sie sich eigentlich gleich dazu legen wollten. Nur mit Mühe konnten wir sie im Auto halten. Da wir an unserm ersten Tag im Park eigentlich schon vier der fünf Big Five aus Löwen, Büffeln, Elefanten, Nashörnern und Leoparden gesehen hatten, lag der Fokus der Safaris eher darauf, Leoparden und Geparden zu sehen. Die Mietzekatzen wollten aber partout nicht rauskommen. Dafür aber alles andere. Von Babyelefanten mit Riemen, die jeden Mann in den Schatten stellen über seltene Honigdachse, die Büffel und Löwenhoden essen, über pupsende Nilpferde bis hin zu afrikanischen Wildhunden. Alle haben sie sich blicken lassen. Sogar die Straußen haben sich extra rausgeputzt und die Giraffen haben auch girafft. Zebrastreifen gab es auch zu genüge. Da kann man schon mal auf ein paar Leoparden verzichten. Insbesondere weil wir mit unserem Guide James auch ohne Mietzen jede Menge Spaß hatten. Es hatte sich relativ schnell rausgestellt, dass wir ungefähr auf der gleichen Wellenlänge schwimmen und auch er schlechtem Humor nicht unbedingt abgeneigt gegenübersteht. Das war natürlich für uns gefundenes fressen. Wir haben allerdings nicht nur dummes Zeug erzählt, sondern auch viel über Südafrika und Elefanten gelernt. Letzterer hatte uns am Folgetag dann gleich mal gezeigt wer der Chef ist. Wenn der Elefantenbulle nicht will, dass du weiterfährst, dann fährst du nicht weiter. Das hat unseren Mädels überhaupt nicht gefallen. Ein Mann, der nicht macht was die Frauen wollen.. das geht ja wohl garnicht. Ansonsten haben sich die Tiere am Freitag doch eher zurückgehalten.. wir denken, dass da eine Gewerkschaftsversammlung war. 

Abgesehen von dem frühen aufstehen wird unsere Zeit in der Maqueda Lodge wohl nur schwer zu übertreffen sein. Nicht, weil die Zimmer oder die Lodge übermäßig luxuriös waren (Die waren trotzdem sehr schick), sondern weil das Personal um James und Tinashe extrem herzlich und toll war. Wir haben uns extrem wohlgefühlt und die Zeit sehr genossen. Man hatte auch den Eindruck, dass sich die Jungs nicht bei jeder Reisegruppe so wohl fühlen wie bei uns. 

An unserem letzten Tag stand eine etwas andere Art von Safari auf dem Plan. Es ging zu Fuß durch die Walachei. Mit der Hoffnung, dass wir so einen Löwen vielleicht auch mal streicheln könnten, machten wir uns voll motiviert auf. Und das ist bei der Uhrzeit nicht selbstverständlich. Löwen haben wir tatsächlich auch gesehen, allerdings so weit weg, dass das streicheln nicht ganz möglich war.. die wissen ja garnicht was sie verpassen, diese undankbaren Tiere. Ich hätte so eine Kuschelmietze schön auf den Arm genommen und ihr den Bauch gestreichelt. Im Nachhinein hätten wir uns die Laufsafari ehrlicherweise sparen können. Bis auf haufenweise Tierkackhaufen hat man nämlich nicht gesehen und die anderen drei Personen, mit denen wir uns die Safari teilen mussten waren jetzt auch nicht so der ganz große Knüller. Sich zu Fuß in einer Umgebung aufzuhalten in der Löwen, Elefanten und eierbeißende Honigdachse unterwegs sind, ist allerdings schon eine einmalige Erfahrung. 


Nach unserem kleinen Spaziergang und einem sehr herzlichen und schweren Abschied machten wir uns dann am Samstag etwas schwerfällig auf nach Eswatini (früher Swasiland). Wohlwissend, dass die Unterkunft und die Menschen nur schwer zu toppen sein werden muss es ja weiter gehen. Oder wie schon Udo Jürgens gesagt hat: „The show must go on“.


Überraschenderweise wurden wir tatsächlich auch alle in das kleine, bergige Königreich reingelassen. Ganz ohne extra PCR Test. Hier, in einem der kleinsten afrikanischen Länder lässt es sich zwar bisher auch aushalten und wir schauen von unserem Hotel auch sehr schön ins Tal, allerdings überzeugt uns die Gastfreundschaft der Eswatinesen noch nicht vollends. Die Menschen, die wir hier bisher lächeln gesehen haben kann man wohl an einer Hand abzählen. Und wir sind fünf Personen.. den Mathegenies unter uns sollte da jetzt ein gewisses Problem auffallen. Naja. Wir schauen mal, ob wir die Kollegen hier noch ein bisschen aufheitern können. Ansonsten machen wir es uns halt zu fünft schön. 


Prost und liebe Grüße


eure Reisenationalmannschaft.


PS: Einige Safaribilder sind ja schon in der Zwischeninfo zu finden. Wenn Interesse an mehr Bildern besteht, dann lade ich natürlich auch gerne noch welche hoch.. auch wer ein Nacktbild von mir benötigt um es mit dem Elefantenriemen zu vergleichen, der muss sich nur melden 😏

Blick ins Eswatinische Tal

Wir haben uns die unlustigen Eswatinesen erstmal lustig gesoffen

Ein geschultes Auge sieht hier einen Löwen


Robert hat einen Vogel

Die 7 Zwerge auf Tour



2 Kommentare:

  1. Ganz vergessen hat der feine Herr, dass ich mich nach seiner zurückliegenden Beschwerde zu unseren Unterkünften, voll ins Zeug gelegt habe: die Lodge und das Personal standen die letzten zwei Tage ausschließlich dem König und seinem Gefolge zur Verfügung 😊 Und wie oben schon erwähnt, haben wir uns Dank Tinashe und James alle einfach nur sauwohl gefühlt.

    AntwortenLöschen
  2. Wir haben schon ausgehungert auf den nächsten Blog Eintrag gewartet. Es ist, als wäre man dabei, bei der Reise. Und so schöne Bilder - vielen Dank!
    Clara gefällt erwartungsgemäß das Bild "Robert hat einen Vogel" am besten ;)
    Wir hoffen, ihr konntet Euch die Eswatinesen lustig trinken.

    AntwortenLöschen